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Solaranlagen genossenschaftlich betreiben

11.12.2020

Solargenossenschaften – Wer keine eigene Solaranlage betreiben kann, soll sich an sogenannten Solargenossenschaften beteiligen können. Ein politischer Vorstoss von Landrätin Christine Frey fordert die Regierung zur Prüfung auf.

Interessierte Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer mit Immobilien in geschützten Ortskernen sowie Mieterinnen und Mieter sollen sich unter Umständen an Solaranlagen beteiligen können. Dies fordert die FDP-Landrätin Christine Frey im Rahmen eines politischen Vorstosses.

Bund setzt auf Photovoltaik
Um die nationalen Klimaziele zu erreichen, setzt die Bundespolitik insbesondere auf den Ausbau der Sonnenenergie. Wie der Bundesrat am vergangenen 12. November mitteilte, stehen im Jahr 2021 alleine für den Ausbau der Photovoltaik (PV) 470 Millionen Franken an Fördergeldern zur Verfügung. Eigentümerinnen und Eigentümern, deren Immobilie in einem geschützten Ortskern steht, sowie Mieterinnen und Mietern steht aber keine eigene Dachfläche für die Installation einer PV-Anlage zur Verfügung – auch wenn diese unter Umständen daran interessiert wären, sich an Solaranlagen zu beteiligen.
In verschiedenen Schweizer Gemeinden können sich solche Personen im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsmodells bereits an PV-Anlagen beteiligen. Für eine Beteiligung erhalten die Kundinnen und Kunden während einer definierten Laufzeit einen gewissen Anteil des Solarstroms. Dieser Anteil wird auf der Stromrechnung aufgeführt und reduziert den Rechnungsbetrag der Kundinnen und Kunden entsprechend.

Solargenossenschaften prüfen
Vor diesem Hintergrund bittet Christine Frey den Regierungsrat zu prüfen, welches Potenzial Solargenossenschaften im Kanton Basel- Landschaft haben.
Konkret soll auch geprüft werden, ob der Kanton die Dachflächen von kantonseigenen Gebäuden für den Bau von Solargenossenschaften zur Verfügung stellen kann. Ebenfalls wird angeregt, dass der Kanton betreffend den Bau solcher Anlagen den Kontakt zu den Energieversorgungsunternehmen EBL und Primeo Energie aufnimmt.

Wirtschaftlichkeit
Weiter soll auch geprüft werden, inwiefern solche Solargenossenschaften wirtschaftlich betrieben werden können und unter welchen Umständen solche Solargenossenschaften vor dem Hintergrund fehlender Speicherlösungen überhaupt sinnvoll sind.
Ebenfalls wird der Baselbieter Regierungsrat gebeten zu prüfen, ob die Möglichkeit besteht, dass der Strom von Solargenossenschaften mittels Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch (ZEV) auch tatsächlich genutzt werden kann.
Ein ZEV ist ein vertraglicher Zusammenschluss zwischen mehreren Parteien, die ihren selbstproduzierten Solarstrom gemeinsam verbrauchen. Der Zusammenschluss besteht aus dem Eigentümer, respektive dem Betreiber der Anlage, und mehreren Endverbrauchern. Endverbraucher können sowohl Stockwerkeigentümer als auch Mieter sein.

Vorstoss von Christoph Buser
Die Möglichkeit von Solargenossenschaften wurde in der kantonalen Energiekommission im Rahmen der Beratung des Postulats «Bürokratieabbau beim Bau von Solaranlagen » thematisiert.
Mit diesem Vorstoss wurde der Baselbieter Regierungsrat von HEVBaselland- Präsident Christoph Buser gebeten zu prüfen, wie und in welchem Umfang im Kanton Basel- Landschaft beim Bau von Solaranlagen bürokratische Hürden abgebaut werden können. Die Bürokratie beim Bau von Solaranlagen wirkt sich negativ auf deren Rentabilität aus.

 

Simon Dalhäuser